17.06.2017

Der Deutschland-Achter bleibt trotz widriger Umstände in der Erfolgsspur. Das deutsche Paradeboot gewann beim Weltcup im polnischen Posen das letztlich bedeutungslose Testrennen bei starkem Schiebewind und Regen in souveräner Manier vor den Booten aus Polen, Australien, Großbritannien und Neuseeland. Damit ist die Europameister-Crew gerüstet für das Finale am morgigen Sonntag (13.48 Uhr).

Schnelle erste Streckenhälfte
„Es hat vom ersten Schlag an gepasst. Mich hat es schon überrascht, dass wir uns so schnell von den anderen Booten lösen konnten“, sagte Felix Wimberger, der nicht glaubt, dass sich ein Boot zumindest bis zur 1.000-Meter-Marke geschont hat. Mit 2:39,50 Minuten absolvierte der deutsche Achter die erste Streckenhälfte auf Weltbestzeit-Niveau und fuhr einen Vorsprung von einer kompletten Bootslänge auf die anderen Boote aus dem Fünf-Nationen-Feld heraus. Am dichtesten dran war noch der EM-Zweite und Weltcup-Gastgeber Polen.

„Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Die anderen Boote kamen am Anfang erst einmal nicht mit. Entscheidend ist aber, dass wir weiter an uns arbeiten“, sagte Bundestrainer Uwe Bender und Wimberger ergänzte: „Auch wenn es in dem Rennen nichts zu gewinnen oder zu verlieren gab, konnten wir unsere Fahrtaktik verfestigen. Aber ich gehe davon aus, dass es am Sonntag bei anderen Bedingungen knapper wird.“ Zumindest soll es am Finaltag wieder sonnig und nicht so windig werden.

Neue Bahnen fürs Achter-Finale vergeben
Was bleibt ist die Frage nach dem Sinn dieses sogenannten Testrennens, das im Gegensatz zu den Bahnverteilungsrennen in den Vorjahren keinerlei Bedeutung hat. Vielmehr wurden die Bahnen per Zufall neu vergeben. Danach startet der Deutschland-Achter am Sonntag von Bahn 2. Der britische Achter hat nun die Mittelbahn, die zweitplatzierten Polen starten auf Bahn 5.

Vierer mit Chance auf Podestplatz
Erstmals im Finale: Der Vierer ohne Steuermann belegte im Hoffnungslauf den zweiten Platz und fuhr damit sicher in den Endlauf (Sonntag um 11.33 Uhr). Bis zur 1.500-Meter-Marke lagen Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Finn Schröder und Wolf-Niclas Schröder noch mit knapp zwei Sekunden Vorsprung in Führung, mussten dann aber den französischen Vierer passieren lassen. „Die erste Streckenhälfte war gut, an der zweiten müssen wir noch feilen“, sagte Bundestrainer Christian Viedt. Schließlich hat das junge Quartett nach dem knapp verpassten Finaleinzug bei der EM nun in Posen die Chance auf einen Podestplatz. Viedt: „Mit einem sehr guten Rennen können sie es auch schaffen.“

Der Zweier ohne Steuermann mit Rene Stüven und Malte Großmann muss sich hingegen erwartungsgemäß mit dem B-Finale (9.35 Uhr) zufrieden geben. Im Hoffnungslauf belegten die Ersatzleute den sechsten Platz hinter den Booten aus Frankreich, der Türkei, Neuseeland, Argentinien und Australien.

Ergebnisse, Weltcup in Posen:
Achter, Testrennen: 1. Deutschland-Achter (Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld, Steuermann Martin Sauer) 5:29,97 Minuten, 2. Polen 5:31,28, 3. Australien 5:32,11, 4. Großbritannien 5:32,84, 5. Neuseeland 5:38,69.
Vierer ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Frankreich 5:57,52 Minuten, 2. Deutschland (Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Finn Schröder, Wolf-Niclas Schröder) 6:00,44, 3. Tschechien 6:03,37, 4. Argentinien 6:05,33, 5. China 6:09,07.
Zweier ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Frankreich 2 6:29,70 Minuten, 2. Türkei 6:30,71, 3. Neuseeland 2 6:30,87, 4. Argentinien 6:32,84, 5. Australien 6:33,49, Deutschland (Rene Stüven, Malte Großmann) 6:46,24.

 

Text: Carsten Oberhagemann

Quelle: www.deutschlandachter.de

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