01.07.2014 | 00:18 Uhr

Brandenburg/Herdecke. Es war eine Schrecksekunde: Als der Ruder-Vierer mit dem Herdecker Johannes Weißenfeld auf der Schlagposition beim Endlauf um die Deutsche Meisterschaft der U23 nach dem Start auf der 2000-Meter-Strecke gleich Tempo aufnehmen will, wackelt plötzlich das gesamte Boot.

„Ich habe sofort gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt“, sagte der (noch) 19-Jährige. Nun, umdrehen konnte sich der an letzter Position sitzende Athlet des RC „Westfalen“ Herdecke in dieser prekären Situation nicht. Das Quartett bekam das Boot auf dem Beetzsee in Brandenburg an der Havel schnell wieder in den Griff, ruderte der nur zwei weitere Boote umfassende Konkurrenz jenseits der 500-Meter-Marke davon, holte den Sieg und feierte den Gewinn des Meistertitels.

Nach dem Rennen stellt sich heraus: Richard Bensmann war gleich bei seinem ersten Schlag nach dem Start ein Stich in den Rücken gefahren; eine Blockade, die sich nicht mehr lösen ließ. Der Münsteraner konnte einen Arm kaum noch bewegen, hielt trotzdem bis ins Ziel durch und war sich der Anerkennung seiner drei Kameraden nachher gewiss. Auch für Weißenfeld war dies eine ungewöhnliche Szenerie: „Durch diesen Zwischenfall waren wir total beeinträchtigt und fühlten uns ziemlich machtlos. Aber letztlich hatten wir ja Glück im Unglück.“


Zweieinhalbwöchiges Trainingslager ab heute in Ratzeburg

Denn: Da der U23-Vierer der Renngemeinschaft RK am Baldeneysee/RV Münster/Berliner RC/RC „Westfalen“ Herdecke nach den starken Vorleistungen als hoher Favorit nach Brandenburg gekommen war, hatte sich die Konkurrenz geziert und auf das DM-Rennen verzichtet. Nur noch zwei weitere Boote traten an. Deshalb gab es auch kein Halbfinale, geschweige denn einen Vorlauf.

Mit dem Sieg auf der Havel lösten Weißenfeld, Bensmann, Jakob Schneider und Maximilian Korge, dessen Familie aus Herdecke stammt, endgültig das Ticket für die U23-Weltmeisterschaft im italienischen Varese Mitte Juli. Es ist der Saisonhöhepunkt, auf den sich die nominierten deutschen Athleten bereits ab heute in einem gemeinsamen Trainingslager in Ratzeburg vorbereiten. „Es gibt keine große Erholungspause“, richtet sich Johannes Weißenfeld auf zweieinhalb harte Trainingswochen ein. Und dann soll es für den jungen Herdecker klappen mit seiner ersten Weltmeisterschaftsmedaille.

Lutz Großmann

Quelle: www.derwesten.de

 

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