Weißenfeld ist wieder EN-Sportler des Jahres: 2017 peilt er den Hattrick an

09.03.2016 | 20:18 Uhr

Hand drauf: Patricia de Graat (Mitte) nimmt in der Glückauf-Halle in Sprockhövel die Glückwünsche von Landrat und EN-Sportlerwahl-Schirmherr Olaf Schade entgegen. Die Mittelstrecklerin aus Herdecke wurde hinter der Wittener Judo-Kämpferin Sarah Mäkelburg (links) Zweite bei den Sportlerinnen U18. Foto: Volker Speckenwirth

 
Für Johannes Weißenfeld war es ein bisschen wie immer. „Da bekomme ich diese tolle Ehrung und bin wieder nicht da“, sagte der Ruderer vom RC Westfalen Herdecke gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon im vergangenen Jahr wurde Weißenfeld in der Kategorie Ü18 zum EN-Sportler des Jahres gekürt – und konnte bei der Ehrung nicht dabei sein. Dieses Jahr ist der 21-Jährige noch bis heute mit dem Team Deutschland-Achter im Trainingslager in Sevilla.

„Konkurrenz keine Peanuts“

Aber auch in der Ferne war die Freude groß. „Zum zweiten Mal in Folge zum Sportler des Jahres gewählt zu werden, ist eine große Ehre für mich – und das in so einem großen Kreis wie dem Ennepe-Ruhr-Kreis“, sagte Johannes Weißenfeld, der die Nachricht von Thomas Bieber erhielt. Der Vorstand Sport des RC Westfalen nahm anstelle des WM-Fünften im Vierer ohne Steuermann den gläsernen Pokal, die Medaille und Urkunde entgegen.

„Er war nicht der Einzige, für den die Eltern oder Trainer stellevertretend da waren. Im Frühjahr sind die Trainingslager, in denen der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt werden“, sagte Bieber. Die dritte Ehrung nach 2011 und 2015 für Johannes Weißenfeld schätzt der Herdecker Stadtsportverbands-Vorsitzende als enorm hoch ein: „Was an Konkurrenz da war, sind keine Peanuts. Seine kontinuierliche Leistung auf sehr hohem Niveau dürfte die Jury dazu bewogen haben“, meinte Bieber über Weißenfeld, der seit fünf Jahren auf Weltklasseniveau rudert.

„Zudem ist er herrlich bodenständig – ein Herdecker durch und durch, der nie vergessen hat, wo er herkommt, und auch nach wie vor regelmäßig im Ennepe-Ruhr-Kreis und bei seinem Verein ist“, betonte Bieber. In diesem Jahr will er den Sprung in den Deutschland-Achter und zu den Olympischen Spielen nach Rio schaffen. „Er möchte nicht nur in den Kader, sondern auch rudern und eine Medaille“, sagteBieber bei der Ehrung in der Sprockhöveler Glückauf-Halle. Und fügte an: „Er möchte in den Achter, denn da gibt es die größten Gewinnchancen, allerdings auch die größte Konkurrenz.“

Die Konkurrenz war auch für Patricia de Graat groß. Das Mittelstrecken-As vom TSV Herdecke wurde für ihren 1500-Meter-Sieg bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft ausgezeichnet. Die 17-Jährige, die für die LG Olympia Dortmund startet, wurde nur von Sarah Mäkelburg geschlagen. Die Judo-Kämpferin der Sport-Union Annen hatte 2015 EM-Bronze gewonnen.

Nicht nur von der Jury als Dritter der Kategorie Ü18, sondern auch von den sportinteressierten Bürgern auserkoren wurde Para-Badminton-Spieler Marcel Hörenbaum vom TuS Wengern. „Der Preis ist insofern für mich wichtig, weil ihn die Leute vergeben haben“, sagte der 21 Jahre alte EN-Bürgersportler 2015.

Bei den Mannschaften U18 mussten sich die B-Junioren der HSG Herdecke/Ende nur den U19-Bundesliga-Fußballern der TSG Sprockhövel geschlagen geben. Die Herdecker Handballer wurden ausgezeichnet für ihre direkte Qualifikation für die Oberliga, die höchste westfälische Spielklasse. Dort peilt die Mannschaft in der A-Jugend in der kommenden Saison das gleiche an wie die erstplatzierten TSG-Kicker: den Aufstieg in die Bundesliga.

„Auch im letzten Jahr haben die Aktiven aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis deutlich gemacht, was wir im Spitzensport zu bieten haben. Viele konnten sich mit ihren Erfolgen für ihr jahrelanges Training belohnen“, sagte Landrat Olaf Schade als Schirmherr der EN-Sportlerwahl.

Aber nicht nur der Spitzen-, auch der Breitensport wurde am Sportabend gewürdigt: Bei den Schulen belegte die Bergschule aus Alt-Wetter Platz drei für ihre Teilnahme am Sportabzeichen: 69,6 Prozent aller Schüler legten es mit Erfolg ab.

Indes peilt Johannes Weißenfeld den Hattrick bei der EN-Sportlerwahl und seine persönliche Teilnahme bei der Ehrung an: „Das wäre schon erstrebenswert, wenn es den Anlass gibt, sich den Leuten dann auch zeigen zu können.“
 


Text: Thorsten Langenban

Quelle: www.derwesten.de