02.10.2017

Der Deutschland-Achter hat bei der WM in Florida am Sonntag Gold gewonnen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) setzte sich in Sarasota überlegen vor Gastgeber USA und Italien durch und holte den ersten WM-Titel seit 2011. Mit im „Traumschiff“ saß als Bugmann auch der Herdecker Johannes Weißenfeld (23), der wenig später mit uns am Telefon über das Weltmeister-Gefühl sprach.

1. Johannes Weißenfeld, herzlichen Glückwunsch zum WM-Titel. Dieses Mal muss die Frage einfach sein: Wie fühlt es sich an?

Es ist der absolute Wahnsinn. Wir sind absolut glücklich, happy, stolz... ach, wir sind alles, was man sein kann und feiern diese Goldmedaille ordentlich. Wir haben definitiv eine lange, feucht-fröhliche Nacht.

2. Die Fahrt über die zwei Kilometer lange Strecke sah souverän aus – kann man sagen, dass der „Matchplan“ aufgegangen ist?

Ja, unser Rennplan hat absolut funktioniert. Wir waren schon nach dem fünften Schlag in Führung und konnten das Rennen von vorn dominieren. Wir konnten unseren Vorsprung bis zur 1500-Meter-Marke ausbauen und hatten dann die Freiheit, nicht auf die Gegner reagieren zu müssen, sondern unser Rennen fahren zu können, ohne in Bedrängnis zu geraten. Doch die anderen Boote haben nicht locker gelassen.

3. Der Druck war enorm. Gilt das auch für die Erleichterung, als im Ziel klar war, dass es tatsächlich zu Gold gereicht hat?

Der Erwartungsdruck war riesengroß, so wie ich es persönlich bei einer Weltmeisterschaft noch nie erlebt habe. Man muss tatsächlich sagen, dass Silber für uns eine Enttäuschung gewesen wäre. Nicht, weil Silber nichts wert wäre – ganz und gar nicht. Aber wir haben die ganze Saison über so dominiert, dann weiß man das Gold realistisch ist und will beim Saison-Höhepunkt auch das Maximum erreichen.

4. War das bereits der Startschuss für die Vorbereitung auf Tokio 2020 mit Deutschland als Olympia-Topfavorit?

Direkt nach dem WM-Triumph ist Tokio im Gefühl natürlich noch ein Stück hin. Aber in gewisser Weise fängt jetzt tatsächlich ein neues Kapitel an. Der Kampf um die Plätze ist wieder eröffnet, jeder bekommt eine neue Chance, die Karten werden vor jeder Saison neu gemischt.

5. Ist diese Saison denn nun mit der WM für Sie beendet?

Jetzt werde ich erstmal noch ein paar Tage in Florida bleiben und Urlaub machen (lacht). In einer Woche geht es dann aber noch mal Richtung Rendsburg (SH Netz Cup, Anm. d. Red.), wo uns die Amerikaner, Briten und Holländer auf über zwölf Kilometern noch einmal richtig fordern werden.

 

Foto: Martinn Steffen

Quelle: www.waz.de

 

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