15.10.2017

Mit dem wohl härtesten Rennen der Welt endete am Sonntag die Ruder-Saison für den Deutschland-Achter. Ein Herdecker hat uns erzählt, wie es war.

Zwei Wochen nach dem Weltmeistertitel hat der Deutschland-Achter zum 13. Mal den Ruder-Marathon auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg gewonnen. Vor dem WM-Zweiten USA und Olympiasieger Großbritannien überquerte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes am Sonntag beim 17. Schleswig-Holstein Netz Cup nach 12,7 Kilometern die Ziellinie. Wir sprachen mit Johannes Weißenfeld, dem Bugmann aus Herdecke. 

1   Johannes Weißenfeld, Gratulation zum Sieg beim letzten Rennen der Saison. Wie hart war es?

Puh, es war ziemlich hart – ehrlich gesagt härter, als ich erwartet hatte (lacht). Nach zwei Kilometern habe ich gedacht: „Normalerweise wäre das Rennen jetzt vorbei.“ Und so habe ich mich auch gefühlt. Selbst die alten Hasen im Boot haben gesagt, dass es eines der härtesten und brutalsten Rennen war, an dem Sie jemals teilgenommen haben.

2   Wie teilt man sich ein 12,7 Kilometer langes Rennen ein?

Eigentlich gar nicht, denn es geht sofort ans Limit, jeder will die Führung haben. Vielleicht kann man etwas taktieren, wenn man erstmal eine Bootslänge herausgefahren hat. Das hat dieses Mal aber eine Ewigkeit gedauert. So war es für die Zuschauer bis zum Schluss unheimlich spannend.

3   Die Bedingungen haben gestimmt. Oder war es Ihnen vielleicht sogar schon zu warm?

An sich war das Wetter angenehm. Mir war recht warm, dann sogar heiß – und am Ende kalt, fast so als hätte man Fieber mit Schüttelfrost.

4   Lohn der Strapazen ist eine sensationelle Bilanz: Der deutsche Achter ist in diesem Jahr unbesiegt geblieben. Macht das stolz?

Ja, ich glaube, solch eine Saison, in der wir in jedem Rennen das beste Boot waren, hat noch keiner von uns erlebt. Das ist etwas ganz Besonderes und alle Beteiligten sind zurecht stolz – aber auch happy und erleichtert, dass es jetzt vorbei ist.

5   Was hat aus Ihrer Sicht den Ausschlag für diesen Erfolg gegeben?

Es lässt sich definitv an unserer Moral, unserem Teamgeist und auch an unserer Disziplin festmachen. Jeder hat sich in den zurückliegenden Monaten ganz in den Dienst unserer Sache gestellt.

6   Wie sieht Ihr Programm für die kommende Zeit aus?

Rund drei Wochen stehen uns jetzt für Erholung zur Verfügung, dann geht es langsam wieder ins Training. Ich persönlich werde aber gar keine Pause einlegen, sonst muss man zu viel wieder aufholen. Ich werde zwar trainieren, aber das wird definitv nichts mit Rudern zu tun haben, sondern wird irgendwie anders aussehen.

Text: Elmar Redemann

Quelle: www.waz.de 

 

 

 

 

 

 

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