03.06.2018

Am Ende konnte sich die Achter-Crew über Gold freuen. Foto: Detlev Seyb

Beim Weltcup in Belgrad gewinnt das Flaggschiff souverän vor Olympiasieger Großbritannien. Der Vierer reiht sich auf Platz vier ein.

Auch im neuen Jahr ist der Deutschland-Achter in der Ruderwelt das Maß aller Dinge: Beim ersten Weltcup im serbischen Belgrad hat sich das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes souverän gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt und ist damit seit über einem Jahr ungeschlagen. Vor allem mit dem britischen Großboot gab es diesmal ein spannendes Duell, das der Deutschland-Achter am Ende mit einem beherzten Schlussspurt für sich entscheiden konnte.

„Durch den Zweikampf zwischen uns und den Briten ist der Abstand zum Rest sehr groß geworden. Die ungewöhnlichen Abstände zeigen, wie herausragend die beiden Boote sind. Wir werden im Laufe der Saison noch viel Spaß mit den Briten bekommen“, meinte Bundestrainer Uwe Bender, der sich über das Ergebnis freute: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat.“

Toller Start, kämpferisches Ende

Vom Start weg gab der Deutschland-Achter im Weltcup-Rennen den Ton an und legte ein beeindruckendes Tempo hin. Rumänien, Polen, China und Russland mussten schon früh abreißen lassen, lediglich die Briten – die in diesem Jahr ihre stärksten Athleten in den Achter gesetzt haben – blieben ansatzweise dran und kamen auf dem zweiten Streckenabschnitt mit einer ganzen Reihe an Zwischenspurts noch einmal ran.

„Sie sind bewusst langsamer rausgefahren und waren dadurch auf den zweiten 1.000 Metern sehr schnell. Aber die Lücke, die wir rausgefahren sind, war zu groß für die Briten“, berichtet Bender. Der Deutschland-Achter mit Johannes Weißenfeld, Felix Wimberger, Maximilian Planer, Torben Johannesen, Jakob Schneider, Malte Jakschik, Richard Schmidt, Hannes Ocik und Steuermann Martin Sauer zeigte sich beim Endspurt aufmerksam, hielt auf den letzten Metern entscheidend dagegen und brachte so eine halbe Bootslänge Vorsprung ins Ziel.

Weitere Stimmen

Hannes Ocik: „Das war ein Einstieg nach Maß, auch wenn noch nicht alles optimal lief. Auf vielen Teilstücken konnten wir aber zeigen, was wir drauf haben. Die Briten sind ein ernstzunehmender Gegner. Sie haben bis zur Ziellinie gekämpft und sind hinten raus einen Zehner-Zwischensprint nach dem anderen gefahren.“

Johannes Weißenfeld: „Das war ein sehr guter Einstieg in die Saison, auch wenn wir an einigen Punkten noch viel Luft nach oben sehen. Das Rennen macht uns zuversichtlich, dass wir weiterhin ungeschlagen bleiben können. Man merkt aber auch, dass dieses Jahr nichts mit dem vergangenen zu tun hat. Wir müssen uns darauf einstellen, dass von den Briten deutlich mehr Gegenwehr kommt.“

Vierer muss sich mit Platz vier begnügen

Knapp an einem Podestplatz vorbei fuhr der Vierer. René Schmela, Peter Kluge, Nico Merget und Felix Brummel kamen im Finale hinter Weißrussland und den beiden Booten aus den Niederlanden ins Ziel. Sechs Zehntel Sekunden fehlten zur erhofften Medaille, auf die das Quartett nach dem Halbfinal-Sieg am Vortag geschielt hatte. Bei Schiebewind-Bedingungen fand der deutsche Vierer im Gegensatz zu den bisherigen Auftritten nicht so gut ins Rennen und lag nach 500 Metern schon rund eine Sekunde hinter dem führenden Trio. „Den Rückstand konnten wir auf der Strecke ein bisschen aufholen, aber im Endspurt war dann leider nicht mehr viel drin“, sagte Felix Brummel und ergänzte: „Uns ärgert es, dass es so knapp zum dritten Platz war.“

Versöhnliches ENDE für die Zweier

Für die beiden deutschen Zweier endete der erste Weltcup mit einem versöhnlichen Ergebnis. Beide grünen Boote schlugen sich gut und landeten im B-Finale vorne: Laurits Follert und Paul Schröter wurden Zweiter hinter Großbritannien, die Ersatzmänner Malte Großmann und Finn Schröder reihten sich auf Platz drei ein.

ERGEBNISSE

Achter, Finale:

1. Deutschland-Achter
(Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld, Martin Sauer)
5:24,91 Minuten

2. Großbritannien
5:26,01 Minuten

3. Rumänien
5:31,48 Minuten

4. Polen
5:34,57 Minuten

5. China
5:36,70 Minuten

6. Russland
5:39,02 Minuten

Vierer ohne Steuermann, Finale:

1. Niederlande 2
5:51,05 Minuten

2. Niederlande 1
5:52,41 Minuten

3. Weißrussland
5:52,42 Minuten

4. Deutschland
(Renè Schmela, Peter Kluge, Nico Merget, Felix Brummel)
5:53,23 Minuten

5. Großbritannien 2
5:54,56 Minuten

6. Österreich
5:57,09 Minuten

Zweier ohne Steuermann, B-Finale:

1. Großbritannien 1
6:36,16 Minuten

2. Deutschland 1
(Laurits Follert, Paul Schröter)
6:37,53 Minuten

3. Deutschland 2
(Finn Schröder, Malte Großmann)
6:39,19 Minuten

4. Niederlande 2
6:39,49 Minuten

5. Niederlande 1
6:41,55 Minuten

6. Russland
6:47,68 Minuten

 

Text: Carsten Oberhageman und Felix Kannengießer

Foto: Detlev Seyb

Quelle: www.deutschlandachter.de

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