23.09.2018


Foto: Detlev Seyb

Den ersten Zweikampf mit den Briten gewonnen, dann aber das Duell mit den USA verloren: Der Deutschland-Achter musste sich eine Woche nach dem Gewinn von WM-Gold beim 18. Schleswig-Holstein Netz Cup über die 12,7-Kilometer-Langstrecke in Rendsburg mit Platz zwei zufrieden geben. Das US-Boot war in dem taktisch geprägten und hochspannenden Rennen letztlich das stärkere und überquerte nach 37:05 Minuten als erstes die Ziellinie unterhalb der Eisenbahnhochbrücke. „Der Zweikampf hat Kraft gekostet und auch unseren Rhythmus durcheinander gebracht. Das haben die Amerikaner eiskalt ausgenutzt – Respekt“, sagte Maximilian Planer.

In der ersten Linkskurve hatte sich der Deutschland-Achter, der in der Original-WM-Besetzung angetreten war, auf der Innenbahn einen leichten Vorsprung auf Großbritannien herausgearbeitet. Doch die Briten steckten nicht auf, gingen selbst kurzzeitig in Führung. Es entwickelte sich ein packendes Bord-an-Bord-Duell. Beide Steuerleute fuhren Kampflinie, die Ruder kamen sich bedenklich nah, berührten sich aber nicht. Die Athleten schenkten sich nichts und fuhren einen Zehner-Zwischensprint nach dem anderen. In diesem minutenlangen, zermürbenden Ausscheidungsrennen setzte sich schließlich der Deutschland-Achter nach rund sieben Kilometern durch.

„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“

Doch dann schlug die Stunde der Amerikaner, die sogar noch zwei Ruderer aufgrund kurzfristiger Ausfälle aus den USA einfliegen lassen mussten. Nachdem sie den Zweikampf zwischen Großbritannien und Deutschland aus der Distanz beobachtet hatten, gaben sie Vollgas und zogen erst an den Briten, dann auch an den Deutschen vorbei. „Wir haben in dem harten und sehr langen Bord-an-Bord-Kampf mit den Briten zu viele Körner gelassen. Dann war es so: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“, sagte Bundestrainer Uwe Bender.

Foto: Detlev Seyb

Die USA waren schließlich der verdiente Sieger, während sich das deutsche Boot bei elf Sekunden Rückstand mit Platz zwei begnügen musste. Die Briten wurden Dritter vor den Niederländern. „Man muss es neidlos anerkennen. Die USA hatten heute den besseren Streckenschlag. Schade, dass wir das letzte Rennen der Saison verloren haben. Aber das zeigt auch, welch hohes Niveau hier am Start war und dass wir uns um kein Stückchen ausruhen dürfen“, meinte Felix Wimberger und Steuermann Martin Sauer ergänzte: „Wir müssen uns immer wieder ermahnen: Wir sind schwer zu schlagen, aber alles andere als unschlagbar.“

Großer Applaus für die Weltmeister

An den beiden Tagen zuvor hatten die Ruderer aus dem Deutschland-Achter noch Siege errungen. Beim Ergo-Cup am Freitag waren sie mit der 500-Meter-Durchschnittszeit von 1:20,4 Minuten eine Zehntelsekunde schneller als die Briten. Auch beim 400-Meter-Sprint im Rendsburger Kreishafen am Samstag setzte sich das deutsche Paradeboot im Finale gegen Großbritannien – hier mit einer Sekunde Vorsprung – und die Niederlande durch. Am Sonntag sollte es dann auf der (extrem) langen Distanz nicht reichen. „Eins nimmt uns aber keiner: Wir sind vor einer Woche Weltmeister geworden“, sagte Uwe Bender. Das sahen auch die wieder einmal zahlreich erschienenen Zuschauer im Rendsburger Kreishafen so, die den Achter-Weltmeister mit großem Applaus in die Ruderpause verabschiedeten.

 

Text: Carsten Oberhagemann

Quelle: www.deutschlandachter.de

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