09.07.2021

Das Schnupperrudern des RC Westfalen Herdecke ist gefragt wie nie. Warum die Freiluftsportart in Pandemiezeiten im Trend liegt:

Während Dreifach-Weltmeister Johannes Weißenfeld im fernen Japan für die Erfüllung seines Olympia-Traums in drei Wochen schuftet, arbeitet sein RC „Westfalen“ Herdecke an den nächsten Generationen erfolgreicher Ruderer. Bei den deutschen Junioren-Meisterschaften etwa, bei denen Nachwuchs-Talent Moritz Küpper seine erste Medaille gewinnt (siehe Zweittext). Oder beim Schnupperrudern, bei dem der Verein neue Mitglieder für seine Disziplin begeistern will. Der Andrang an der Ruhr ist groß, in Pandemie-Zeiten sind Freiluft-Sportarten besonders gefragt. „Da die Leute raus wollen, ist der Fokus auf das Rudern momentan groß“, stellt RC-Trainerin Katharina Golüke fest.
RUDERN

DM-Bronze ist für Herdecker Ruder-Talent größter Erfolg Das immer zügigere Gleiten auf der Ruhr hat ganz offenbar beflügelt. „Bei Olympia wird doch noch ein Vierer benötigt, so weit sind wir nach den drei Tagen jetzt doch“, bemerkt der Schnupperkurs-Teilnehmer, dessen T-Shirt „Tri-Team Hagen“ ihn als Vereins-Ausdauersportler ausweist, als er das Boot mit seinen Mit-Ruderern nach der letzten Fahrt an diesem Wochenende aus dem Wasser hebt. Für die Spiele in Tokio fehlt vielleicht doch noch ein bisschen, auf den Geschmack sind viele Kurs-Teilnehmer nach drei Rudertagen aber gekommen. Und würden ihre Kenntnisse im Sommer gern vertiefen, mit einer Zehnerkarte für 50 Euro bietet der RC Westfalen dazu Gelegenheit, zu zwei wöchentlichen Trainingseinheiten zu kommen. „Nach zehn Wochen könnt ihr dann sagen: Das hat mir so viel Bock gemacht, ich bleibe im Verein – oder nicht“, erklärt Trainerin Katharina Golüke, die auf der Wiese vor dem Bootshaus dicht umringt ist.
RUDERN

Zwei Herdecker auf dem Weg in die U19-Nationalmannschaft „Es war echt voll“, freut sich Golüke über die große Resonanz an der ersten Klub-Veranstaltung seit Beginn der Corona-Pandemie, die 27 Teilnehmer - Kinder ab zehn Jahren und Erwachsene - nutzten. Im Vorjahr musste das Schnupperrudern ausfallen, diesmal kamen deutlich mehr Interessierte als bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit. Und lernten das Bootshaus an der Ruhr und den Trainingsbetrieb des Vereins kennen, ehe sie die Ruder-Bewegungen zunächst bei Trockenübungen auf den Ergometer lernten, ehe die Boote zu Wasser gelassen wurden. Nachdem die Fach-Termini und Kommandos geklärt wurden, konnten die Neu-Ruderer das Erlernte dann in kleinen Gruppen auf dem Wasser umsetzen.

Erfahrung an Kinder weitergeben

Jeweils in Begleitung von RC-Westfalen-Ruderern. Auch die 17-jährigen Herdecker Nachwuchs-Asse Moritz Küpper und David Kalle – wenige Tage zuvor noch mit Trainerin Golüke bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Essen aktiv – wurden dabei eingesetzt. „Ich habe beide angefixt zu helfen und bei den Kinder-Gruppen eingesetzt“, sagt Katharina Golüke: „Als schon erfahrene Ruderer können sie die Geschichte erzählen, was man bei uns erreichen kann.“Was unter anderem die nächste Ruder-Generation nach Weißenfeld offenbar glaubhaft vermitteln konnte, denn schon zwei Tage später beim Klubtraining kamen etliche Schnupperruderer wieder zur Ruhr. „Insgesamt 15 der 27 haben sich angemeldet, weil sie Rudern intensiver lernen wollen“, sagt Katharina Golüke. Die Gelegenheit dazu bietet der RC Westfalen Herdecke aber auch anderen am Ende der Sommerferien noch einmal: Vom 27. bis 29. August lädt man zu einem weiteren Schnupperkurs.

Autor: Axel Gaiser

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